Hasselfelde

Ein wunderschönes Riff - direkt in der Förde

Der Geheimtipp!

Das Riff... 

... wurde im Jahr 2001 angelegt und ist das zweitgrößte künstliche Riff in der Region Kiel. Und der Tauchplatz kann sich wirklich sehen lassen, denn es gibt viele, verschiedene Arten zu entdecken. Hält man sich nicht am Grund des Riffes auf, sondern nahe der Oberfläche, taucht man mitten in die Brutstätte zahlreicher Fische.

Und sonst...

... ist nicht nur das Riff interessant. In Richtung Norden kann gibt es auf einem großen Areal viele Gegenstände zu entdecken, die leider achtlos hinein geworfen worden sind. Möchte man sich für die Umwelt engagieren - nehmt gerne einen Sammelsack mit. Man findet zahlreiche Golfbälle und viele andere Dinge. Im Süden wurden einige Dinge von Tauchern platziert... also ab ins Wasser!

Schwierigkeit

Die maximale Tiefe beträgt ungefähr 9m. Der Tauchplatz ist nicht als sehr schwierig einzustufen, es kann allerdings zu sehr schlechter Sicht kommen und Anfänger könnten größere Probleme mit der Tarierung durch die vielen, teils abstehenden Metallteile im Wasser haben, da man recht häufig die Tiefen wechselt. Eine gute Tarierung ist also Vorraussetzung, wenn man dem Riff näher kommen möchte!

Flora

Die Flora lässt sich definitiv sehen! Im flachen Bereich wächst Blasentang, aber auch Darmtang und roter Meerampfer sind zu entdecken. Dazu kommen roter Horntang und zu manchen Zeiten findet man auch sehr große Mengen an Zuckertang, wie man ihn sonst nur selten bei uns sieht.

Fauna

Viele Tiere nennen das Hasselfelder-Riff ihr Zuhause. Fans von Röhrenkalkschwämmen oder Seedahlien kommen voll auf ihre Kosten. Manchmal ist das gesamte Riff von ihnen geprägt. 
Natürlich kommen auch unzählige Miesmuscheln und Seesterne, die häufig ebenso am Außenriff zu finden sind, vor.
Schnecken, Dorsche, Flundern und im Frühjahr sogar Seehasen runden das Riff schließlich ab.

Der Tauchplatz

Der Wind...

In Hasselfelde muss man besonders auf den Wind achten! Hier kann Ostwind Wunder wirken, ist allerdings leider keine Garantie für die perfekte Sicht...

Kurs 1 - das Riff

Das Riff wird durch einen Poller gekennzeichnet, welcher den nördlichsten und auch tiefsten Punkt markiert. Man kann etwas südlicher davon anpeilen - ca. 240°, dann sollte man das Riff problemlos treffen.

Dieses kann ganz gemütlich in 30 Minuten umrundet werden. Taucht man nicht am Grund, können zahlreiche Schluchten erkundet werden.
Um das Riff herum gibt es vereinzelt Findlinge zu entdecken. Nach einer Runde bleibt genügend Zeit zum Beispiel auf 30° in den Nordosten zu tauchen - entlang der Spundwand.

Kurs 2 - auf zum Zoo

Da der Tauchplatz im Randbereich sehr flach ist, macht es Sinn, bis zur Mitte des Strandes zu laufen, um dort ins Wasser zu gehen.

Von hier taucht man zunächst 260° bis auf ungefähr 3-5m Tiefe. Dann folgt einfach den Tiefenlinien in Richtung Süd/Kraftwerk - 180° folgen.
Bei guter Sicht stößt man dann auf Zootiere mit einer Giraffe.
Wichtig! Nicht zu weit in den Süden tauchen - das Kraftwerk folgt und die alte Fischzucht, zu der man nicht tauchen soll.

Unter dem Meer

Der Meeresgrund besteht in unmittelbarer Küstennähe aus einem sehr flachen Sandabschnitt, der durch eine große Anzahl an Miesmuscheln besticht.
In Richtung des Riffes fällt der Meeresgrund relativ schnell bis auf 9m ab.
Ab gut 4m finden sich kaum noch Algen oder Seegras, sondern eher karger Meeresboden. 
Das Riff allerdings ist sehr schön durch Röhrenkalkschwämme geprägt.
Am "Außenriff" kann es manchmal zu stärkeren Strömungen und sehr schlechter Sicht kommen. Hier sollte man unbedingt auf den Wind achten, der allerdings keine Garantie für besonders gute Sicht ist.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass in den Wintermonaten sehr gute Bedingungen herrschen.

Sollte ein Nachttauchgang geplant werden, muss man sehr vorsichtig zwischen den Trümmerteilen sein - hier sind auch oft Angelsehnen, in denen man sich verfangen kann. Messer oder Leinencutter mitnehmen!
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Reste des gesprengten Bunkers (heute)

Geschichte des Riffes

Das künstliche Riff wurde als eine Ausgleichsmaßnahme angelegt, um verloren gegangenen marinen Lebensraum neu bilden zu können. 

Der Uboot-Bunker  "Kilian" am Ostuferhafen wurde 1946 durch die Alliierten gesprengt und hat vielen Lebewesen unter Wasser ein Zuhause geboten. Die Überreste wurden im Jahr 2000 gesprengt. 
Teile der Trümmer wurden schließlich nach Hasselfelde gebracht und aufgehäuft. 

Deswegen finden sich sehr viele Trümmerteile im Wasser, teilweise Metallteile, die Höhlen, aber auch Überhänge bilden.
Leuchtturm in Kiel-Friedrichsort (1894)
Überreste des Bunkers nach der Sprengung, 1945

Downloads

Ihr würdet gerne eine Karte mit ins Wasser nehmen?
Hier gibt es eine Karte im A6 Format zum laminieren!
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Hintergrundkarte: onmaps© GeoBasis-DE/BKG/ZSHH/2024 powered by geoGLIS GmbH & Co. KG  / Tiefenlinien: tlw. berechnet aus Daten vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie  
Bilder:  Uboot-Bunker: No 5 Army Film & Photographic Unit, Covey F (Sergeant)This photograph BU 13282 comes from the collections of the Imperial War Museums. (Gemeinfrei)
Icons in der Raster-Karte: Freepik from www.flaticon.com